¡Viva España!
Warum auch nicht!
02.04.2008 bis 06.06.2008

Wieder zurück! …nun, nicht ganz. Gleich nach Hause fliegen von Kolumbien aus wollten wir dann doch nicht. Die Flugkosten wären zwar die gleichen oder vielleicht sogar weniger gewesen, doch ein paar Länder in Europa wollten wir noch mit ins Programm nehmen, um die Erde wirklich so einigermaßen rund bekommen u haben. So landeten wir am 2.4.2008 in Spanien, welches nach Südamerika eigentlich als logische Fortsetzung im Reise- und Kulturverlauf gesehen werden kann. Doch wie es der Zufall auch will, wohnen meine Eltern sowie meine Schwester samt Familie in Calpe in Spanien. Also noch einen Grund mehr dort erst einmal zwischen zu landen. Meine Eltern, welche uns nun schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen haben, wussten nichts davon und sie wähnten uns noch lange in Lateinamerika. Nur meine Schwester war eingeweiht, galt es doch ein paar wenige Vorkehrungen zuvor zu treffen. Dementsprechend groß war dann auch die Überraschung, als wir plötzlich mir nichts, dir nichts dort auftauchten.
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Blick auf Calpe

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Eric (links) mit Eltern (Elisabeth & Horst)

Über 3 Wochen ließen wir es uns gut gehen an der Costa Blanca bevor wir wieder aufsattelten. Die Rückreiseroute stand grob fest, es sollte an der Mittelmeerküste bis nach Narbonne in Frankreich gehen und dann gegen Westen rüber an den Atlantik. Der Abstecher zum Atlantik wäre, von der Routenführung, eigentlich nicht notwendig gewesen, denn dies war gewiss nicht der kürzeste Weg, doch ein Besuch in der Bretagne und der Normandie reizten mich sehr, kannte ich diese Regionen doch bisher noch kaum. Nun gut, erst einmal hieß es wieder rauf auf den Sattel und die angefutterte Bequemlichkeit wieder los zu werden. Was 3 Wochen des Müßigganges doch ausmachen können, die ersten Meter waren so auf jeden Fall erst einmal wieder sehr anstrengend für uns. Zwar konnten wir, da wir nun nur noch in gemäßigteren Zonen unterwegs sein würden, nochmals ein wenig von unserem reichhaltigen Reisegepäck aussortieren, es waren aber immer noch genug Kilos übrig, die fortbewegt werden wollten.
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Wahnsinn Fahrradwege! etwas an das man sich nach 3 Jahren Suedamerika auch erst einmal wieder gewoehnen musste

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Orangenbaeume am Wegesrand

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und Olivenhaine

Es ist schon ein herrliches Klima an der Costa Blanca zu dieser Jahreszeit und so waren die ersten Anstrengungen schnell wieder vergessen denn der Spaß wieder unterwegs zu sein wog viel mehr. Was uns aber zuerst auffiel, war der unwahrscheinliche Bauwahn an der Küste. Gerade die letzten Jahre hatte dieser enorm zugenommen und Häuser und Apartmentsiedlungen schießen nun nur so in den Himmel. Doch wenn man so durch diese neuen Urbanisationen fährt, kommt man sich vor wie in Geisterstädten, denn so gut wie niemand scheint dort zu wohnen. Die meisten Wohnungen werden wohl nur als Sommerresidenzen genutzt und den Rest vom Jahr stehen sie leer. Was für uns aber auch noch ein großer und mehr einschneidende Änderung war, waren die Kosten, welche fürs Essen gehen oder dem behausten Wohnen welche nun dafür entstanden. Hotel oder Hostal Übernachtungen waren sowieso viel zu hoch und so wichen wir auf das Übernachten im Zelt wieder zurück. Zum einen waren aber auch die Campingpreise in Spanien für unser Preisverständnis äußerst gesalzen und zum anderen mussten wir uns nun auch wieder an die härteren Schlafmöglichkeiten gewöhnen. Doch hat man sich erst einmal wieder ans Zeltleben gewöhnt, dann ist dieses z. T. um längen angenehmer, als manche Hostalübernachtung.
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endlich wieder campen

Wir kochten nun fast ausschließlich wieder selbst und auch dieses empfanden wir als Bereicherung. Unser Speiseplan startete zwar zuerst sehr genügsam, mit Suppen- und Eintopfgerichten, wollten wir doch auch hier möglichst sparsam sein, doch schon nach einiger Zeit schwenkten wir hier etwas um und gestalten unseren Speiseplan etwas reichhaltiger und abwechslungsreicher. Mit zunehmender Reiselänge in Europa hat sich so unsere Küche immer weiter gesteigert, bis zu kulinarischen Highlights in Frankreich, aber dazu kommen wir im nächsten Abschnitt erst.

Unsere erste Etappe führte uns von Calpe nach Xeraco wobei rund 70 km von uns zu radeln waren. Mun Suk war entzückt, gab es doch viele Orangen und Mandarinenplantagen neben der Strasse und sie ließ es sich auch nicht nehmen, gleich vor Ort diese auszuprobieren. Leider war dann die Enttäuschung auch gleich groß, dann die noch hängenden Zitrusfrüchte waren leider allesamt doch ziemlich sauer, denn hierfür war es nun auch wirklich nicht mehr die richtige Jahreszeit. Die Strasse war sehr gut zu befahren, gab es doch neben der eigentlichen Fahrbahn meistens einen sehr breiten und geteerten Seitenstreifen, der das Radfahren so noch sicherer und angenehmer machter. Was aber auch eine große Überraschung für mich war, war wie rücksichtsvoll die Spanier in dieser Region mit den Fahrradfahrern umgehen. Von früher war mir noch bekannt und lebhaft in Erinnerung wie temperamentvoll und so auch gefährlich der spanische Autoverkehr damals vonstatten gegangen ist, doch nun war es schon mehr als das grasse Gegenteil. Äußerst brav und zivilierst geht es nun mittlerweile zu und die Autofahrer, die meisten zumindest, sind so rücksichtsvoll, dass sie erst zum überholen ansetzen wenn es wirklich, wirklich sicher und ungefährlich ist. So sind sie dann oft minutenlang hinter uns hergekrochen bis sie endlich überholten. Wir fühlten uns nun dadurch regelrecht gestresst, denn wir fuhren automatisch schneller, wenn ein Autofahrer hinter uns her fuhr. Und da das fast immer ausschließlich beim bergauf fahren war, war das wirklich dann mit der Zeit zuviel. So winkten bzw. komplimentierten wir letztendlich häufig die Autofahrer ans uns vorbei und bei den ganz hartnäckigen mussten wir sogar schon mal anhalten, damit sie uns endlich überholt haben.
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Kolumbus gab die Richtung vor

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Mietfahrraeder in Barcelona

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Markthalle in Barcelona

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Immer auf dem Sprung, mit der neuesten Taschenmode

An der Küste ging es nun unaufhörlich weiter gegen Norden. Viele Orte passierten wir dabei und bei manchen wie: Benicasim, Peníscola, Tossa del Mar, Roses und Barcelona verbrachten wir auch mehrere Tage dort, denn diese waren überaus schöne Flecken mit viel Geschichte und Kultur. Barcelona sowieso ist für mich mein persönlicher Highlight der europäischen Städte. Eine wunderschöne, interessante, kulturvolle Metropole die es auch verstanden hat, Geschichte mit der Moderne gut zu verbinden. Gegenüber früher ist Barcelona aber auch nun ein sehr teures Pflaster geworden und Übernachtungsstätte haben wir so vorsorglich 20 km weit vor der Stadt auf einem Campingplatz bei Gavamar gewählt. Nach Barcelona bewegten wir uns auf die Costa Brava zu. War die Costa Blanca und der weitere Weg nach Barcelona ziemlich Baumarm gewesen, so gab es jetzt an der Costa Brava einen wunderschönen Küstenabschnitt, welcher gesäumt ist mit Pinienbäumen, Korkeichen und Akazienhainen. Wild und zerklüftet ist dieser Abschnitt, was auch der "Brava" (Wild) zum Ausdruck bringt. Das Rad fahren wir in diesem Bereich zwar etwas mühsamer, viele steile und kurvenreiche gilt es zu bewältigen, doch die Schönheit der Natur und einiger Orte sind auch hier mehr als genug Entschädigung dafür.
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Kuestenimpressionen aus dem Norden Spaniens

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Hasta la vista Spanien

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